Wer eine Empfehlung bekommt, sollte wissen, wer sie bezahlt. Bei der Honorarberatung sind Sie es, und nur Sie.
Definition
Honorarberatung ist Finanzberatung, die ausschliesslich durch ein vorher vereinbartes Honorar der Kundin oder des Kunden vergütet wird, nach Zeit oder als Pauschale. Provisionen von Produktanbietern werden entweder nicht angenommen oder vollständig weitergegeben. Das Gegenmodell ist die provisionsbasierte Beratung, bei der die Empfehlung eines Produkts die Beraterin oder den Berater bezahlt.
Das Wichtigste erklärt
Der Unterschied liegt im Interessenkonflikt: Eine Provision belohnt den Abschluss, ein Honorar belohnt die Beratung. Honorarberatung kostet sichtbar, provisionsbasierte Beratung kostet unsichtbar über Jahre in den Produkten. Für einfache Fragen kann ein Stundensatz teurer wirken, über eine ganze Vorsorge hinweg ist er meist günstiger. Nach dem Finanzdienstleistungsgesetz muss die Art der Vergütung offengelegt werden. Fragen Sie danach, bevor Sie eine Empfehlung annehmen.
Worauf achten
- Vergütung schriftlich vereinbaren, bevor die Beratung beginnt
- Nachfragen, ob und wie Drittvergütungen weitergegeben werden
- Empfehlungen schriftlich und nachvollziehbar verlangen
- Gesamtkosten über die Laufzeit vergleichen, nicht nur den Stundensatz
Häufige Fehler
- «Kostenlose» Beratung für kostenlos halten
- Den Stundensatz mit den Produktkosten über zwanzig Jahre vergleichen und dabei die Produktkosten vergessen
- Eine Empfehlung annehmen, ohne die Vergütung zu kennen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Stand 2026.